Verzinsung eines Girokontos

Eine Umfrage zum Thema, ob ein Girokonto verzinst wird, würde mit Sicherheit von den meisten Teilnehmern falsch beantwortet werden. Dies liegt daran, dass alle bei der Kombination Girokonto und Verzinsung lediglich an die Sollzinsen bei der Überziehung denken. Es gibt jedoch noch andere Verzinsungsarten für ein Girokonto:

 

Manche Banken vergüten das Guthaben

Das Girokonto wurde erfunden, um alle Zahlungen des täglichen Lebens auf einfache Art und Weise erledigen zu können. So werden auf das Girokonto Gehälter überwiesen und per Dauerauftrag wird die Wohnungsmiete bezahlt. Die meisten Versicherungsgesellschaften nutzen das Lastschriftverfahren, um pünktlich an ihre Beiträge zu gelangen und auch der Staat hat den Nutzen des Lastschriftverfahrens entdeckt und zieht die Kfz-Steuer ein. All dies verdeutlicht, dass es sich bei einem Girokonto nicht um ein Sparbuch handelt, das zum Vermehren des Vermögens gedacht ist und aus diesem Grund immer von der Bank mit Habenzinsen vergütet wird. Von dieser goldenen Regel soll es jedoch Ausnahmen geben und es lassen sich immer wieder Banken finden, die auch ein Guthaben auf dem Girokonto verzinsen. Zwar fällt hier der Zinssatz extrem niedrig aus, aber verschenken sollte man diese Möglichkeit nicht. Welche Bank das Guthaben verzinst erfahren Sie über einen Girokonto Vergleich.

 

Sollzinsen kennt jeder

Sobald das Girokonto überzogen wird, fallen Sollzinsen an. Doch was verbirgt sich hinter dem Begriff „Das Girokonto wird überzogen“? Hier gibt es verschiedene Varianten: auf jedem Girokonto befindet sich der Dispo. Dieser stellt einen finanziellen Rahmen dar, den der Kunde ausnutzen darf. Der Dispo ist sozusagen ein kleiner Kredit, den der Kunde in Anspruch nehmen darf, ohne mit der Bank über einen Kredit verhandeln zu müssen. Für diese Kontoüberziehung berechnet die Bank die vorher vereinbarten Zinsen.

Jetzt gibt es noch den Sonderfall, dass der Dispo überzogen wird. Das bedeutet, der Kunde hat nicht nur den Kreditrahmen in Anspruch genommen. Er hat mehr Geld verbraucht, hat also den Dispo überzogen. Nachdem dies einen Extrakredit darstellt, berechnet die Bank auch extra Zinsen dafür. Der Zinssatz für diese zusätzliche, meist nicht abgesprochene, Kreditinanspruchnahme, wird mit einem höheren Zinssatz belastet.

Erschrecken Sie nicht, wenn Sie die Zinssätze lesen. Diese beziehen sich auf ein Jahr. Selbstverständlich werden die überzogenen Beträge für den Zeitraum verzinst, in dem die Überziehung stattfand. Wenn Sie Ihr Konto lediglich drei Tage überzogen haben, weil die Überweisung Ihres Lohnes länger dauerte, dann berechnet Ihnen die Bank auch nur für drei Tage die Zinsen. Diese Regel gilt leider auch für die Guthabenzinsen.